Fachtagung „Gemeinsame elterliche Sorge – und die Kinder?“

Ort: 
Eventforum Bern, Fabrikstrasse 12, 3012 Bern
Datum: 
Dienstag, 12. November 2019
Zielpublikum: 

Fachpersonen des Kindesschutzes, Mitarbeitende von Kindesschutzbehörden und -ämtern, Sozialarbeitende, Beiständinnen/Beistände, Richterinnen/Richter, Anwältinnen/Anwälte, Therapeutinnen/Therapeuten und Mediatorinnen/Mediatoren.

Inhalt: 

Nach der Revision des Zivilgesetzbuches per 1. Juli 2014 ist in der Schweiz auch bei unverheirateten und geschiedenen Eltern die gemeinsame elterliche Sorge zur Regel geworden. Vor fünf Jahren wurde diese Gesetzesänderung als ein grosser Fortschritt im Sinne der elterlichen Gleichberechtigung begrüsst.

Wie sieht es aber für die betroffenen Kinder aus? Profitieren auch sie vom neuen Gesetz? Wie wirkt es sich auf ihren Alltag und ihre Rechte aus? Am 20. November 2019 feiert die UN-Konvention über die Rechte des Kindes ihr 30-jähriges Bestehen – eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen.

Dabei werden Sie sich besonders mit zwei Themen beschäftigen:

1. Alternierende Obhut: In welchen Situationen ist die alternierende Obhut die beste Lösung für das Kind? Welche Kriterien sollten zur Anwendung kommen, um sicherzustellen, dass die Interessen und Bedürfnisse des Kindes Vorrang vor denen seiner Eltern haben? Ab welchem Alter und in welchen Familiensituationen kann die alternierende Obhut eine sinnvolle Lösung für das Kind sein, und wann nicht?

2. Seit dem 1. Juli 2014 bedarf der Wegzug ins Ausland und in gewissen Fällen ein Umzug in der Schweiz der Genehmigung beider Elternteile (Art. 301a ZGB). Ein Elternteil, der mit dem Kind die Schweiz verlassen will, braucht die Zustimmung des anderen Elternteils, sonst kann er wegen elterlicher Kindesentführung angeklagt werden. Wie kann diese Einigung in der Praxis erreicht werden, insbesondere wenn die Zeit drängt? Welche Rolle spielen Richterinnen und Richter, KESB, Mediatorinnen und Mediatoren? Wie kann das Recht des Kindes auf eine regelmäßige Beziehung zu beiden Elternteilen mit der Niederlassungsfreiheit der Eltern in Einklang gebracht werden? Was kann eine Mediation in solchen Situationen bewirken?

Durchführung: 

Internationaler Sozialdienst - Schweiz